Echte Inkassoschreiben sind unangenehm – aber sie folgen klaren gesetzlichen Spielregeln. Betrügerische Fake-Schreiben versuchen dagegen, mit Angst und Zeitdruck zur schnellen Zahlung zu drängen, bevor Sie prüfen können. Wer die Unterschiede kennt, fällt nicht darauf herein und spart im Zweifel viel Geld.
Diese Merkmale hat ein seriöses Inkassoschreiben
- Vollständige Absenderangabe mit Postanschrift, Telefonnummer und Registernummer im Rechtsdienstleistungsregister (§ 10 RDG).
- Klar erkennbares Aktenzeichen zu jedem Fall.
- Nennung des ursprünglichen Gläubigers, damit Sie den Vorgang zuordnen können.
- Getrennte Ausweisung von Hauptforderung, Verzugszinsen und Inkassokosten – nicht ein einziger Sammelbetrag.
- Bankverbindung lautend auf das Inkassounternehmen (nicht auf eine Privatperson, kein Ausland ohne Bezug, keine Krypto-Wallet).
- Sachlicher Ton, klare Frist von in der Regel 7 bis 14 Tagen, keine Drohungen mit Verhaftung oder Hausdurchsuchung.
Diese Warnsignale deuten auf Betrug hin
- Extremer Zeitdruck („24 Stunden“, „sofort zahlen“, „letzte Chance vor Vollstreckung“).
- Zahlungsaufforderung per Gutschein-Code, Kryptowährung, Bargeldtransfer (Western Union) oder ausländisches Privatkonto.
- Forderung ohne nachvollziehbaren Ursprung – Sie hatten mit dem genannten Gläubiger nachweislich nie zu tun.
- Gefälschte Behörden- oder Anwaltslogos, Rechtschreibfehler, unprofessionelles Layout, generische Anrede.
- Drohungen mit strafrechtlichen Konsequenzen für eine reine Zahlungsangelegenheit.
- Keine oder falsche Registernummer im Rechtsdienstleistungsregister.
Ihr 3-Minuten-Echtheits-Check
1. Suchen Sie den Namen des Inkassounternehmens online (offizielle Website, nicht das Schreiben). 2. Rufen Sie dort veröffentlichte Nummer an – nicht die aus dem Schreiben. 3. Nennen Sie das Aktenzeichen und fragen Sie, ob es zu Ihnen existiert. Existiert es nicht, ist das Schreiben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht. Warum Capitol Inkasso ein echtes, geprüftes Unternehmen ist, sehen Sie im Detail unter „Ist Capitol seriös?“.
Was tun bei Verdacht auf Fake-Inkasso?
Zahlen Sie in keinem Fall. Bewahren Sie das Schreiben auf, machen Sie Screenshots von E-Mails oder SMS und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes ist das in wenigen Minuten erledigt. Die Verbraucherzentrale sammelt ebenfalls betrügerische Schreiben und warnt öffentlich davor.
Fazit: Ein seriöses Inkasso lässt sich prüfen – ein betrügerisches drängt Sie, nicht zu prüfen. Wenn ein Schreiben Ihnen keine Zeit lässt, dann ist genau das das Warnsignal.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.