Der Begriff „titulierte Forderung“ kann verunsichern, wenn man ihn zum ersten Mal in einem Schreiben liest. Es ist jedoch wichtig, ruhig zu bleiben und zu verstehen, was damit gemeint ist. Eine titulierte Forderung ist keine neue Forderung, sondern eine, deren Rechtmäßigkeit bereits offiziell festgestellt wurde. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen sachlich, was das bedeutet und welche konstruktiven Schritte Sie jetzt gehen können.
Was genau ist eine titulierte Forderung?
Eine titulierte Forderung ist eine Schuld, die von einer staatlichen Instanz, in der Regel einem Gericht, in einem offiziellen Dokument bestätigt wurde. Dieses Dokument wird als „Titel“ bezeichnet. Damit ist die Forderung nicht mehr nur die ursprüngliche Rechnung eines Unternehmens, sondern eine rechtlich verbindlich festgestellte Verbindlichkeit.
Die häufigsten Formen eines solchen Titels sind:
- Vollstreckungsbescheid: Entsteht meist im gerichtlichen Mahnverfahren, wenn einem Mahnbescheid nicht fristgerecht widersprochen wurde.
- Endurteil: Das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens.
- Gerichtlicher Vergleich: Eine Einigung, die vor Gericht geschlossen und protokolliert wird.
- Notarielles Schuldanerkenntnis: Eine vor einem Notar abgegebene Erklärung, eine bestimmte Schuld zu begleichen.
Wie entsteht ein Titel im Mahnverfahren?
Der häufigste Weg zu einem Titel beginnt mit einer unbezahlten Rechnung. Reagiert ein Schuldner auch auf Mahnungen nicht, kann der Gläubiger (oder ein von ihm beauftragtes Inkassounternehmen) das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Zuerst wird ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt. Wenn der Schuldner dagegen nicht innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegt, kann der Gläubiger den Vollstreckungsbescheid beantragen. Dieser Vollstreckungsbescheid ist dann der Titel.
Die wichtigste Folge: Die Verjährung wird auf 30 Jahre verlängert
Dies ist ein entscheidender Punkt. Während viele alltägliche Forderungen wie Rechnungen bereits nach drei Jahren verjähren können, gilt für titulierte Forderungen eine deutlich längere Frist. Laut Gesetz verjähren rechtskräftig festgestellte Ansprüche erst nach 30 Jahren. Das bedeutet, der Gläubiger hat über einen sehr langen Zeitraum das Recht, die Schuld einzufordern.
Welche Konsequenzen kann ein Titel haben?
Mit einem Titel in der Hand kann der Gläubiger die Zwangsvollstreckung einleiten, um die offene Summe zu erhalten. Dies geschieht nicht willkürlich, sondern über den dafür vorgesehenen rechtlichen Weg, meist unter Einschaltung eines Gerichtsvollziehers. Mögliche Maßnahmen können sein:
- Kontopfändung: Das Guthaben auf einem Bankkonto wird gepfändet.
- Lohn- oder Gehaltspfändung: Ein Teil des Arbeitseinkommens wird direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger abgeführt.
- Beauftragung eines Gerichtsvollziehers: Dieser kann bewegliche Gegenstände pfänden (Sachpfändung) oder zur Abgabe einer Vermögensauskunft auffordern.
Es ist wichtig zu wissen, dass es auch bei Pfändungen gesetzliche Schutzmechanismen gibt, wie zum Beispiel Pfändungsfreigrenzen auf dem Konto (P-Konto), die Ihr Existenzminimum sichern sollen.
Ihre Optionen: Was Sie jetzt tun sollten
Ein Titel bedeutet nicht das Ende aller Möglichkeiten. Im Gegenteil: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um aktiv zu werden. Ignorieren ist die schlechteste Option, da die Forderung nicht von selbst verschwindet und weitere Kosten verursachen kann.
Der wichtigste Schritt ist die Kommunikation. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Als seriöses, dem BDIU angeschlossenes Inkassounternehmen ist Capitol Inkasso daran interessiert, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden. Gemeinsam können wir folgende Wege prüfen:
- Ratenzahlung: Oft ist es möglich, die Gesamtschuld in überschaubaren monatlichen Raten zu begleichen. Wir weisen darauf hin, dass für den Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung nach den gesetzlichen Regelungen (§ 13a Abs. 3 RDG) Kosten anfallen können.
- Vergleich: Unter bestimmten Umständen kann auch eine Einigung über einen reduzierten Betrag, der in einer Summe gezahlt wird, eine Option sein.
Capitol Inkasso hilft Ihnen, eine Lösung zu finden
Wir verstehen, dass die aktuelle Situation belastend für Sie ist. Unser Ziel ist es, den Fall fair und abschließend zu klären. Zögern Sie daher nicht, sich bei uns zu melden. Ihre Akte wird von geschulten Mitarbeitern betreut, die mit Ihnen gemeinsam nach einem Ausweg suchen. Ehrlichkeit über Ihre finanzielle Lage hilft uns dabei, eine realistische Vereinbarung zu treffen.
Sie erreichen uns montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr telefonisch unter der 02131 70 84 305 oder per E-Mail an support@capitol-inkasso.de. Im Schuldnerportal auf unserer Webseite können Sie zudem jederzeit Ihre Forderungsaufstellung einsehen und uns einen Zahlungsvorschlag unterbreiten.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.